SPD – Haar

Geschichte

01.09.1948
Parlamentarischer Rat

Erste Sitzung des Parlamentarischen Rates in Bonn. Auf Veranlassung der Militärgouverneure der amerikanischen, englischen und französischen Besatzungszone haben die elf Länderparlamente dieser Zonen eine Versammlung gewählt, deren Aufgabe es ist, für einen zu gründenden westdeutschen Staat ein Grundgesetz als provisorische Verfassung auszuarbeiten. West-Berlin darf zusätzlich fünf Abgeordnete entsenden, die aber nur eine beratende Stimme haben. Die SPD hat als stärkste Fraktion 30 von 70 Sitzen im Parlamentarischen Rat.

Bonn, Berlin
19.12.1956
Nukleare Bewaffnung

Auf Betreiben Bundeskanzler Konrad Adenauers und des Bundesverteidigungsministers Dr. Franz Josef Strauß spricht sich das Bundeskabinett in Bonn für die Aufrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen aus. Das Mißtrauen ist groß, dass auf den atomaren Schutzschild der USA kein Verlass mehr sei. Eine Erklärung führender Atomphysiker, der “Göttinger 18”, die sich gegen eine Verharmlosung der atomaren Bewaffnung ausspricht, hat vor allem an den Universitäten eine heftige Protestbewegung gegen die atomare Ausrüstung der Bundeswehr zur Folge. Diese Proteste prägen auch den Wahlkampf der Bundestagswahl von 1957. Der NATO-Beschluss vom Dezember 1957, atomare Mittelstreckenraketen und Sprengköpfe unter amerikanischer Kontrolle in Europa zu lagern, ist der Beginn des “Prinzips der nuklearen Teilhabe”. Er verhindert aber zugleich weitergehende Ambitionen der Bundesregierung. 

Bonn
01.12.1966
Große Koalition in Bonn

Bildung der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene nach dem Rücktritt der FDP-Minister aus der Regierung von Dr. Ludwig Erhard. Bundeskanzler wird der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg Kurt Georg Kiesinger, Vizekanzler und Außenminister wird der SPD-Vorsitzende Willy Brandt. Gegen die Große Koalition und die von ihr geplante Notstandsgesetzgebung entwickelt sich aus studentischen Kreisen die vor allem durch den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) getragene Außerparlamentarische Opposition. Verstärkend auf die Protestbewegung wirkt sich das konservative gesellschaftliche Klima in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, die mangelhafte Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts, die fehlende studentische Mitbestimmung an den Hochschulen und der Vietnamkrieg der USA aus.

Bonn