Bildung der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene nach dem Rücktritt der FDP-Minister aus der Regierung von Dr. Ludwig Erhard. Bundeskanzler wird der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg Kurt Georg Kiesinger, Vizekanzler und Außenminister wird der SPD-Vorsitzende Willy Brandt. Gegen die Große Koalition und die von ihr geplante Notstandsgesetzgebung entwickelt sich aus studentischen Kreisen die vor allem durch den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) getragene Außerparlamentarische Opposition. Verstärkend auf die Protestbewegung wirkt sich das konservative gesellschaftliche Klima in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, die mangelhafte Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts, die fehlende studentische Mitbestimmung an den Hochschulen und der Vietnamkrieg der USA aus.
Lebensgefährlicher Anschlag auf den Studentenführer Rudi Dutschke durch einen mit Neonazis in Verbindung stehenden jungen Hilfsarbeiter in Berlin. Dutschke überlebt, stirbt aber 1979 an den Spätfolgen seiner Verletzungen. Das Attentat führt zu einer weiteren Radikalisierung der Stundentenbewegung und der Außerparlamentarischen Opposition (APO). In den folgenden Tagen kommt es zu Unruhen und Straßenschlachten in der gesamten Bundesrepublik. Die Osterunruhen richten sich vor allem gegen die Presseorgane des Axel-Springer-Verlags, insebesondere die Bild-Zeitung, die durch ihre hetzerische Berichterstattung für den Anschlag auf Dutschke verantwortlich gemacht wird.