Auf einer Informationsveranstaltung spricht sich die Haarer SPD einstimmig für das von SPD, Grünen und Freien Wählern getragene Ratsbegehren “Ja zur städtebaulichen Vielfalt” aus, das eine Begrenzung auf 19 Höhenmetern bei Neubauten ablehnt und stattdessen dem Gemeinderat die Entscheidung für Hochhäuser an geeigneten Standorten überlassen möchte, um eine Zersiedlung der Gemeinde zu vermeiden.
Unter der Redaktion von Eva Alger-Seemann erscheint eine neue Ausgabe von Haar Genau, die sich ausschließlich dem anstehenden Bürgerentscheid zum Hochhausbau widmet. Die Zeitung der SPD Haar tritt für das von der SPD, den Grünen und den Freien Wählern getragene Ratsbegehren ein, bei Neubauten keine Beschränkung auf sechs Stockwerke oder 19 Meter Höhe zuzulassen. Die Entscheidung über die Gebäudehöhe soll auch weiterhin der Gemeinderat unter Abwägung der jeweiligen städtebaulichen Gegebenheiten treffen. Die Ausgabe von Haar Genau hat eine Auflage von 9.000 Stück.
Zum von der CSU unterstützten Bürgerbegehren der Bürgerinitiative “Mia san Haar”, in Haar keine Neubauten mehr mit einer Höhe über 19 Metern zuzulassen, findet ein Bürgerentscheid statt, der aber mit 2.521 Stimmen nicht das erforderliche Quorum von 3.048 Stimmen findet. Der Bürgerentscheid wird am 1. Juli vom Landratsamt für ungültig erklärt, weil in den Wahlkabinen in Ottendichl ein Informationsblatt der Gemeindeverwaltung ausgehängt war, in dem die ablehnende Haltung der Gemeinderatsmehrheit zu einer Höhenbegrenzung bei Haarer Neubauten erwähnt wurde. Das Landratsamt sieht in diesem Passus eine “unzulässige Wahlbeeinflussung”.
Nur 24,2% der Haarerinnen und Haarer, das sind 3.689 Personen, beteiligen sich am zweiten Bürgerentscheid zum Hochhausbau in Haar. Für das von der CSU unterstütze Bürgerbegehren der Bürgerinitiative “Mia san Haar”, in Zukunft keine Häuser mit über 19 Meter Höhe mehr zu errichten, stimmen nur 2.023 Abstimmungsbeteiligte, 1.666 lehnen ihn ab. Damit ist das notwendige Quorum von 3.055 Stimmen nicht erreicht, und das Bürgerbegehren ist abgelehnt. Damit liegt die Entscheidung über die Höhenbegrenzung Haarer Neubauten weiterhin alleine beim Gemeinderat.
Gegen die Stimmen der CSU genehmigt der Gemeinderat das umstrittene Bauprojekt an der Münchner Straße, das ein 40 m hohes Wohnhaus mit Nebengebäuden umfasst. Insgesamt werden dort 123 Wohnungen und Geschäftsräume entstehen. Aus städtebaulichen Gründen und wegen der Schaffung neuen Wohnraums begrüßt die SPD dieses Projekt.